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Es gibt keine Unternehmen ohne interne Baustellen

Stellen Sie sich einen ganz normalen Dienstag vor:
08:15 Uhr: Die erste Mail eines Key-Kunden, der sich über Lieferverzug beschwert. 08:27 Uhr: Zwei Krankmeldungen im Team. 08:43 Uhr: Ihr Bankberater fragt nach aktuellen Zahlen – und ob Sie ein vorzeigbares ESG-Reporting für die Kreditabteilung haben. 09:05 Uhr: Jour fixe zum Digitalisierungsprojekt, das seit Monaten auf der Stelle tritt.

Wenn Sie jetzt denken: „Ja, ungefähr so läuft das bei uns jeden Tag“, sind Sie nicht allein. Wenn Sie ein Unternehmen mit 5 bis 10 Millionen Euro Umsatz führen, ist das kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein Zeichen dafür, dass Ihr Unternehmen gewachsen ist – schneller als seine Strukturen.

Kleine Unternehmen scheitern selten an Fleiß – sie scheitern daran, dass sie die richtigen Probleme in der falschen Reihenfolge angehen.​ Und Unternehmensprobleme zu priorisieren ist deshalb einer der Hebel, die man keinesfalls unterschätzen sollte, wenn es um zukünftigen Erfolg geht.

Warum die Reihenfolge Ihrer Baustellen entscheidend ist

Viele Inhaber:innen und Geschäftsführer:innen kleiner Unternehmen haben kein Erkenntnis-, sondern ein Prioritätenproblem. Es gibt zu viele Themen gleichzeitig: Fachkräftemangel, neue Kunden, Prozesse, IT, ESG, Finanzierung, Führung – und alles scheint „Prio 1“ zu haben.Die Folge:

  • Es laufen zu viele Projekte parallel, nichts wird konsequent zu Ende gebracht.

  • Schlüsselpersonen sind permanent überlastet, Entscheidungen werden vertagt.

  • Das Gefühl wächst, „ständig zu rennen und trotzdem nicht wirklich voranzukommen“.

Genau hier setzt Priorisierung an: Nicht alles gleichzeitig verbessern, sondern zuerst die Probleme, die Umsatz, Liquidität und Zukunftsfähigkeit am stärksten beeinflussen.

Warum Unternehmensprobleme zu priorisieren für kleine Unternehmen so schwer ist

In kleinen und mittleren Unternehmen gibt es keine Strategieabteilung. Keine Projektmanagement-Office-Struktur. Keine ESG-Stabsstelle. Die Geschäftsführung ist mittendrin:

  • im Tagesgeschäft
  • in Entscheidungen
  • in Problemen
  • in Lösungen

Was dabei fast zwangsläufig passiert: Alles wirkt gleich wichtig. Und genau das ist der Moment, in dem Unternehmen beginnen, ihre größten Baustellen in der falschen Reihenfolge anzugehen.

(vertiefend dazu: 👉 Change Management neu denken: Warum Veränderung kein Projekt ist)

Die 5 häufigsten Baustellen in kleinen Unternehmen

Im Alltag kleiner Unternehmen mit bis zu 10 Mio. Euro Umsatz tauchen dieselben fünf Baustellen immer wieder auf – oft gut erkennbar an typischen Fragen, die sich Geschäftsführende stellen.

1. Operatives Feuerlöschen statt klarer Strategie

Leitfrage: „Woran erkenne ich, dass uns eine klare Strategie fehlt – obwohl wir die ganze Zeit beschäftigt sind?“

Typische Symptome:

  • Entscheidungen werden von Woche zu Woche getroffen, statt auf ein 12–24-Monatsziel einzuzahlen.

  • Projekte starten, „weil sich eine Gelegenheit ergeben hat“, nicht weil sie in einen Plan passen.

  • Mitarbeitende können auf Nachfrage nicht sagen, was in diesem Jahr wirklich wichtig ist.

Viele kleine Unternehmen springen von Thema zu Thema, weil der Druck von außen hoch ist: Kundenerwartungen, Banken, Regulierung, Wettbewerb. Doch ohne klare Richtung bleiben Maßnahmen Stückwerk – egal wie fleißig alle sind.

Denn Strategie ist kein Konzeptpapier. Strategie ist eine Entscheidungshilfe im Alltag:

  • Was tun wir bewusst – und was nicht?

  • Worauf konzentrieren wir uns?

  • Welche Themen dürfen warten?

Wie wir unterstützen:
Butterfly Effect Consulting hilft, aus dem Tagesgeschäft heraus 3–5 strategische Stoßrichtungen zu definieren, an denen sich Entscheidungen und Projekte orientieren. In kompakten Strategie-Workshops wird aus einem Bauchgefühl eine belastbare Roadmap mit klaren Schwerpunkten und messbaren Zielen.

2. Zu viele Projekte gleichzeitig

Leitfrage: „Wie viele Projekte sind für ein Unternehmen unserer Größe überhaupt gesund?“

In vielen KMU sammelt sich über die Jahre eine beeindruckende Projektliste: ERP-Einführung, neue Website, ESG-Reporting, Lean-Projekt in der Produktion, Recruiting-Offensive, neues Serviceangebot – alles gleichzeitig.

Was dann passiert:

  • Mitarbeitende hängen in drei bis fünf Projekten gleichzeitig, zusätzlich zum Tagesgeschäft.

  • Deadlines verschieben sich nach hinten, Budgets laufen aus dem Ruder.

  • Projekte werden „soft beendet“, indem sie nicht mehr aktiv erwähnt werden – und alle haben das diffuse Gefühl von Scheitern.

Die Wahrheit: Für ein Unternehmen mit 50 Mitarbeitenden sind fünf wirklich wichtige Projekte schon viel – für kleinere Betriebe reichen oft zwei bis drei parallel vollständig.

Wie wir unterstützen können:

  • Moderierte Sichtung aller laufenden und geplanten Projekte („Projektinventur“).

  • Einführung eines einfachen Projekt-Portfolio-Boards, in dem jede Initiative bewertet wird: strategischer Beitrag, Wirkung auf Umsatz/Kosten, Ressourcenbedarf.

  • Gemeinsame Festlegung: Welche Projekte stoppen wir, welche parken wir, welche ziehen wir konsequent durch.

Das entlastet Ihre Schlüsselpersonen sofort – und erhöht die Chance, dass die wirklich wichtigen Vorhaben fertig werden.

3. Prozesse & Digitalisierung ohne klares Ziel

Leitfrage: „Welche Prozesse müssen wir zuerst digitalisieren – und welche können noch warten?“

Viele kleine Unternehmen investieren in Software, bevor sie die eigenen Engpässe sauber analysiert haben. Die Folge: Tools, die niemand nutzt, Medienbrüche, Datensilos – und die Erkenntnis „Das macht es irgendwie nicht besser“.

Typische Muster:

  • Excel-Listen, Insellösungen, manuelle Workarounds in der Auftragsbearbeitung, im Controlling oder beim Reporting.

  • Informationsverlust zwischen Vertrieb, Backoffice und Buchhaltung.

  • ESG- oder Nachhaltigkeitsdaten, die mühsam aus verschiedenen Systemen zusammengesucht werden.

Hebel für kleine Unternehmen:

  • Zuerst Engpassprozesse identifizieren (z. B. Angebotserstellung, Liefertreue, Rechnungsstellung, Reporting).

  • Für diese Prozesse klar definieren: Was soll in 12 Monaten anders sein? Geschwindigkeit, Transparenz, Fehlerrate, Aufwand.

  • Erst dann passende digitale Lösungen auswählen – möglichst schlank, integrierbar und mit klaren Verantwortlichkeiten.

Wie wir unterstützen können:
Butterfly Effect Consulting analysiert gemeinsam mit Ihnen Ihre kritischen Prozesse, priorisiert Digitalisierungsansätze und begleitet Sie bei der Auswahl und Einführung pragmatischer Tools – inklusive Schulung Ihrer Teams. Der Fokus liegt darauf, Digitalisierung im KMU nicht als Großprojekt, sondern als Reihe klarer, wirtschaftlicher Schritte aufzusetzen.

4. Führung & Kommunikation: Alle reden, niemand versteht die Prioritäten

Leitfrage: „Wie halte ich mein Team bei so vielen Veränderungen auf Kurs?“

Wenn Strategie, Projekte und Digitalisierung sich verändern, entsteht im Team oft ein Mix aus Unsicherheit, Überforderung und Zynismus. Mitarbeitende erleben, dass ständig neue Themen aufpoppen – ohne dass klar wird, was wirklich zählt.

Anzeichen dafür:

  • Unterschiedliche Botschaften aus der Geschäftsführung und aus der zweiten Führungsebene.

  • Informationsflut ohne Filter: alle Mails an alle, Meetings ohne klare Entscheidungen.

  • „Projektmüdigkeit“: Die Belegschaft erwartet, dass das nächste große Vorhaben ohnehin wieder versandet.

Was hilft:

  • Eine einfache, klare Erzählung: Wohin wollen wir, was sind unsere drei wichtigsten Prioritäten in diesem Jahr, was heißt das konkret für unseren Alltag.

  • Regelmäßige kurze Updates aus der Geschäftsführung, in denen Erfolge sichtbar gemacht und Prioritäten wiederholt werden.

  • Führungskräfte, die Veränderungen in die Sprache der Mitarbeitenden übersetzen und Konflikte früh adressieren.

Wie wir unterstützen können:
Butterfly Effect Consulting bietet Trainings, Schulungen und Workshops für Führungskräfte, in denen genau diese Fähigkeiten gestärkt werden: Prioritäten vermitteln, Veränderung erklären, Verantwortung im Team verankern. Damit wird Führung zu einem Hebel, der Projekte trägt – statt sie zu blockieren.​ Mehr Infos dazu auch hier  👉 Trainings, Schulungen & Workshops)

5. ESG, Risiko & Zukunftssicherung – das „machen wir später“-Thema

Leitfrage: „Wie dringlich sind ESG, CSRD & Co. für ein Unternehmen unserer Größe wirklich?“

Viele kleinere Unternehmen sind (noch) nicht unmittelbar berichtspflichtig, spüren aber den Druck: Kunden fragen Nachhaltigkeitsdaten ab, Banken wollen Klarheit zu Risiken, große Auftraggeber geben ESG-Anforderungen in der Lieferkette weiter.

Verständliche Reaktion: „Solange uns niemand zwingt, haben wir genug andere Probleme.“ Risiko: Wer ESG, Klimarisiken und Lieferkettenanforderungen zu spät angeht, landet später in hektischen Notfallprojekten – oft deutlich teurer und mit höherem Reputationsrisiko.

Pragmatischer Ansatz für kleine Unternehmen:

  • ESG als strategisches Risikomanagement und Business-Thema denken, nicht als reine Berichtspflicht.

  • Mit einer schlanken doppelten Wesentlichkeitsanalyse starten: Was ist für unser Geschäftsmodell wirklich wichtig – finanziell und aus Stakeholder-Sicht.

  • Frühzeitig Strukturen aufbauen, die Daten erfassen, statt in drei Jahren alles aus Archiven und Systemen zusammenzukratzen.

Wie wir unterstützen können:
Butterfly Effect Consulting begleitet KMU von der Wesentlichkeitsanalyse über ESG-Strategie bis hin zur pragmatischen Umsetzung – inklusive Auswahl passender Softwarelösungen und Partnerschaften, etwa mit Anbietern wie osapiens. So wird Nachhaltigkeit von der „lästigen Pflicht“ zum Wettbewerbsvorteil im Vertrieb, bei Ausschreibungen und in der Finanzierung.

Die richtige Reihenfolge: Ein einfacher Rahmen für kleine Unternehmen

Die große Frage bleibt: Was kommt zuerst – und was kann warten, ohne dass Ihnen später der Laden um die Ohren fliegt? Ein pragmatischer Rahmen für KMU kann so aussehen:

  1. Existenz & Liquidität sichern

    • Kernkunden, Cashflow, Finanzierung: Wo brennt es akut, wo droht echter Schaden?

  2. Umsatz & Kundenzugang stabilisieren

    • Vertrieb, Service, Produkt-/Dienstleistungsqualität so stabilisieren, dass der Laden zuverlässig läuft.

  3. Engpassprozesse & Ressourcen entlasten

    • Wo wird am meisten Zeit verbrannt? Welche Prozesse bremsen Wachstum und Profitabilität?

  4. Zukunftsthemen (ESG, Digitalisierung, Innovation) verankern

    • In welche zwei bis drei Zukunftsfelder müssen Sie investieren, damit Ihr Geschäftsmodell in drei bis fünf Jahren noch trägt?

  5. Führung & Kultur stärken

    • Wie stellen Sie sicher, dass Ihr Team diese Prioritäten versteht, mitträgt und in Entscheidungen übersetzt?

Wichtig: Das bedeutet nicht, dass Sie strikt nacheinander arbeiten – aber es bedeutet, dass nicht alles gleichzeitig „Prio 1“ ist. Manche Themen dürfen bewusst warten, andere brauchen heute Klarheit.

Ihr nächster Schritt: 45 Minuten, die Ordnung in Ihre Baustellen bringen

Wenn Sie beim Lesen an Ihr eigenes Unternehmen denken und innerlich Baustellen abhaken, lohnt sich ein externer Blick von außen. In einem kompakten, ca. 45-minütigen Erstgespräch sortieren wir gemeinsam Ihre Themen und identifizieren:

  • Ihre drei größten Hebelbaustellen.

  • Die Reihenfolge, in der sich diese Baustellen wirtschaftlich am meisten lohnen.

  • Welche Maßnahmen Sie intern lösen können – und wo externe Unterstützung sinnvoll ist.

Butterfly Effect Consulting unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen genau dabei:

Wenn Sie das Gefühl haben, dass bei Ihnen gerade alles gleichzeitig wichtig ist, ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, Ihre Baustellen neu zu ordnen – bevor die nächste Welle an Themen kommt.

Lassen Sie uns miteinander sprechen!

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Dr. Martin Bethke

20 Jahre Erfahrung im Top-Management in multinationalen Unternehmen, Start-ups und NGOs. Falls Sie Fragen zu diesem Artikel oder Interesse an einer Zusammenarbeit haben, schreiben Sie mir oder besuchen Sie mich auf LinkedIn.