"Eine Chance für die Zukunft ist es in jedem Fall, wenn die Regulatorik nicht zum Selbstzweck wird, sondern Bewusstsein schafft" – so kann man doch mal ein Interview gebührend ankündigen, oder? Denn in unserer Interviewreihe "Das nachhaltige Interview…. 11 Fragen an, beschäftigen wir uns mit allen Aspekten der Nachhaltigkeit und insbesondere mit den Dingen, die in den Unternehmen gelingen.
Als einer der führenden Fahrradfachhändler Deutschlands hat sich die Lucky Bike.de GmbH der Verantwortung gestellt und schon 2023 den Deutschen Award für Nachhaltigkeitsprojekte für seine Nachhaltigkeitsstrategie erhalten. Lucky Bike.de setzt auf vielfältige Maßnahmen, um einen positiven Beitrag für die Umwelt zu leisten, denn Nachhaltigkeit und Mobilität (gerade bei Fahrrädern) lassen sich wunderbar zusammen denken. Ob es der Umstieg auf umweltfreundliche Mobilität ist, das Recycling und die Entsorgung von Verpackungen (oder generell die Vermeidung von Plastik) oder die Motivation der Mitarbeitenden nachhaltiges Handeln in den Arbeitsalltag zu integrieren – Möglichkeiten gibt es viele!
In unserer Interviewreihe zur Nachhaltigkeit und zukunftsweisenden Lösungen sprechen wir deshalb heute mit Thorsten Kamin, Leiter Marketing, Lucky Bike.de GmbH, der uns einiges dazu erzählen kann, wie sich die Nachhaltigkeitsreise bei ihm im Unternehmen entwickelt.
Also, legen wir los!
Das nachhaltige Interview – 11 Fragen an…
01 | Wenn Ihr Unternehmen ein Superheld wäre, welche nachhaltige Superkraft hätte es?
Auch wenn er nicht aus dem Marvel Universum entstammt, müsste die Wahl wohl auf Meister Yoda fallen. Und damit wäre es die Superkraft Telekinese, um Dinge von A nach B zu bewegen oder Handeln zu beeinflussen. Zumindest wäre das eine wünschenswerte Eigenschaft, damit wir Räder ohne LKW transportieren könnten. Bei der Veränderung von Handeln funktioniert das im weitesten Sinne schon ganz gut, wenn wir die Zusammenarbeit im Team bei Lucky Bike und gemeinsam mit unseren Partnern damit meinen.
02 | Was würden Sie sagen, wenn jemand behauptet, Nachhaltigkeit ist nur ein Trend?
Dann liegt er aus meiner Sicht daneben oder springt zu kurz. Nachhaltigkeit bezieht sich nun nicht nur auf die Vermeidung von Müll oder die Schonung von Ressourcen aus der Natur. Auch wenn das Angesichts der Klimakrise eine unserer wichtigsten Herausforderungen darstellt. Es bezieht sich für mich und für uns auch auf Themen wie die nachhaltige Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeitenden, um gemeinsam mit ihnen erfolgreich zu sein. Oder die nachhaltige Sicherung der Gesundheit unserer Mitarbeitenden.
03 | Was war der größte „Nachhaltigkeits-Fail“, den Sie erlebt haben, und was haben Sie daraus gelernt?
„Fail“ ist vielleicht ein zu hartes Wort. Im Rahmen unserer Nachhaltigkeitsstrategie Lucky World, haben wir vor einigen Jahren eine Organisation unterstützt, bei der die Verwendung unserer gespendeten Mittel in unterschiedlichste und auch internationale Projekte geflossen ist. Da war für uns nicht mehr klar, was genau mit den Mitteln eigentlich passiert und ob das noch in unserem Sinne ist. Jetzt versuchen wir Organisationen zu unterstützen, die in Deutschland in kleinerem Umfang operieren oder wir einen sehr engen Bezug zu den handelnden Personen haben, wie zum Beispiel bei „Safari Simbaz“ in Kenia.
04 | Was bedeutet „Nachhaltiges Wirtschaften“ für Ihr Unternehmen, wenn Sie es in einem Satz sagen müssten?
Nachhaltiges Wirtschaften bedeutet, dass wir unsere Aktivitäten so gestalten, dass sie soziale, ökologische und wirtschaftliche Ressourcen schonen und erhalten – mal ganz abgesehen davon, dass mit Fahrrädern ganz zentral die nachhaltige Mobilität im Zentrum unserer Arbeit steht, denn wir bereiten mit unseren Produkten letztlich den Weg zur nachhaltigen Mobilität
05 | Was war die kurioseste oder bezauberndste Idee zum Thema ESG, die jemals in Ihrem Unternehmen vorgeschlagen wurde? Und vor allem: Was ist aus ihr geworden?
Aus meiner bescheidenen Sicht war unsere Aktion „Räder für Helden“ eine in ihrer Zeit vielleicht berührendsten Ideen. Wir wollten die Menschen unterstützen und mit einem geschenkten Fahrrad glücklich machen, die zu Beginn der Corona-Pandemie rund um die Uhr Menschen geholfen und gerettet haben. Und anstatt selber zu entscheiden, wer das sein könnte, haben wir einfach mal in unserer Social Media-Community gefragt, wer es denn verdient hätte. Das Feedback war überwältigend und es wurden unfassbar viele engagierte Menschen vorgeschlagen. Einigen von ihnen mit unserer Aktion etwas zurückgeben zu können, war richtig und gut.
06 | Wenn Sie eine Nachhaltigkeits-Challenge gegen ein anderes Unternehmen starten könnten, was wäre die Herausforderung?
Die Aktion „Wer sammelt die meisten Fahrradreifen und -schläuche“ wäre toll für eine Challenge. Vor allem, wenn die Reifen und Schläuche auch noch sinnvoll zurück in den Kreislauf kommen. Wir machen das schon länger in Zusammenarbeit mit Schwalbe.
07 | Gibt es eine Nachhaltigkeitsmaßnahme, die bei Ihnen im Unternehmen umgesetzt wurde, die die Mitarbeitenden anfangs für verrückt hielten, aber die sich als goldrichtig erwiesen hat?
Komischerweise nicht. Das mag aber auch daran liegen, dass den meisten unserer Mitarbeitenden klar ist, wie wichtig nachhaltiges Handeln ist. Oder vielleicht auch einfach daran, dass wir als Fahrradhändler nachhaltige Mobilität verkaufen – da liegt das ein wenig in der Natur der Sache.
08 | Wo sehen Sie für Ihr Unternehmen oder Ihre Branche die größten Chancen, wenn es um die Verknüpfung von Profitabilität und Nachhaltigkeit geht und glauben Sie, dass das gelingen wird?
Das wird uns gelingen, alles andere macht für uns und so wie wir Nachhaltigkeit verstehen, keinen Sinn. Wenn wir nachhaltig mit unseren Ressourcen die wir einsetzen umgehen, dann kommt uns das als Unternehmen direkt zugute. Als Beispiele: Weniger Transporte mit dem LKW von A nach B schont die Umwelt und ist für uns wirtschaftlich sinnvoll. Elektrische Montageständer in der Werkstadt, für die Rückengesundheit des Teams, kommt uns als Unternehmen und unseren Mitarbeitern zugute.
09 | Stichwort ESG-Regulatorik: Pain in the A** oder Chance für die Zukunft? Und warum?
Regulatorik hat ja immer etwas sehr Bürokratisches und da wir Deutschen das viel zu gut beherrschen, gibt’s da sicherlich zu viel PAIN. Da würde ich mir nachhaltigeren Einsatz der Ressourcen anstatt überbordende Regulatorik doch wünschen. Eine Chance für die Zukunft ist es in jedem Fall, wenn die Regulatorik nicht zum Selbstzweck wird, sondern Bewusstsein schafft.
10 | Wir wollen von Ihnen lernen: Beschreiben Sie ein Projekt (oder eine Initiative) das aus Ihrer Sicht beispielhaft für die Nachhaltigkeitsbestrebungen Ihres Unternehmens ist und von dem sich andere was abgucken sollten.
Wir haben uns ganz pragmatisch und lange damit beschäftigt, wie wir das Ein- und Auspacken von Rädern aus dem Versandkarton einfacher und leichter machen können. Die Räder müssen eigentlich immer oben aus dem Karton herausgehoben werden. Das macht vor allem mit E-Bikes irgendwann keinen Spaß mehr – und wir sprechen bei uns von mehr als 150.000 Rädern im Jahr, die im Karton in unseren Lägern ankommen. Und gemeinsam mit unserem Kartonhersteller haben wir jetzt einen Versandkarton entwickelt, bei dem die Kartons einfach an der Seite geöffnet und für den Versand hinein- und vom Kunden wieder herausgeschoben werden können. Und gleichzeitig haben wir die Transportsicherung mitentwickelt, die ganz ohne Plastik auskommt und komplett aus recycelter Pappe. Das schont also nicht nur unseren Rücken und den unserer Kunden, sondern vermeidet auch noch 95 Prozent Plastikabfall.
11 | Wir befinden uns im Jahr 2030 und Sie blicken zurück auf die letzten 5 Jahre. Auf welche Nachhaltigkeitsleistung Ihres Unternehmens sind Sie besonders stolz und warum?
Dass wir mehr und mehr Menschen zu nachhaltiger Mobilität verholfen haben. Und damit nicht dafür gesorgt haben, CO2 einzusparen, sondern auch dafür, dass mehr Menschen gesünder von A nach B kommen und das Radfahren wieder entdeckt haben. Außerdem darauf, dass wir als Team alle die Nachhaltigkeit gemeinsam leben und laufend daran arbeiten, diese noch weiter voranzutreiben.
Vielen Dank für das spannende Interview, Thorsten Kamin!
Und wer noch mehr über die Arbeit von Thorsten Kamin und Lucky Bike.de GmbH wissen möchte, oder Interesse an einem Austausch hat, findet auf der Website weitere Infos und Hintergründe, sowie die Ansprechpartner.
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Egal ob Sie ganz am Anfang stehen, oder schon erste Schritte gegangen sind, wir unterstützen Sie bei:
- Sicherstellung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit (Status Quo Analyse)
- Entwicklung einer zukunftsfähigen Unternehmensstrategie
- Rechts- und prüfsichere Erfüllung der ESG-Anforderungen: CSRD, EUDR, LkSG und CSDDD
- Digitalisierung und Automatisierung aller relevanten Prozesse
- Implementierung eines Nachhaltigkeitsmanagements
- Etablierung der interne und externen Nachhaltigkeitskommunikation (inkl. GCD Konformität)
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- … und natürlich auch bei individuellen, unternehmensspezifischen Herausforderungen.
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